Atomkraft nein danke – karikatur

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Atomkompromiss setzt die deutsche Wirtschaft unter Druck

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Atomkraft ? sicher natürlich ! Was und wem bringt der Atomkompromiss etwas?

Vorrangig dem Staat Deutschland, denn nach Angaben von Eurostat ist der Anteil der Steuern am Strompreis in Deutschland im europäischen Vergleich mit 41 Prozent am zweithöchsten, im Durchschnitt liegt der Anteil in den 27 EU-Mitgliedsstaaten bei 26 Prozent. Der Bundesregierung kann also egal sein, ob die Preise steigen oder nicht. Der Staat gewinnt immer. Für die Bürger und den Handel im Inland weniger, denn je teurer der Strom desto geringer wird die Lebensqualität – muss gespart werden. Zwar bereichert das die Haushaltsindustrie und kurbelt den Verkauf von energiesparenden Geräten an, aber auch diese kosten Geld. Und somit bleibt letztlich immer weniger im Portemanei des Bürgers.

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Die weiteren Gewinner

An zweiter Stelle profitieren die Energiekonzerne, weil sie die Preise vorgeben können und da unter den vier großen Monopolisten Einklang bei der Preisgestaltung herrscht. Eine Absprache wäre auch garnicht nötig, da der Markt transparent und die Preisvorstellungen der Konkurrenten damit auch. Und das Pradoxe, je mehr einer mit dem Auto fährt, einen Heizlüfter anstellt oder die Heizung aufdreht, jedesmal fliesst mehr Geld in Richtung Regierung. Ich weiss es nicht, aber vielleicht erleichtert diese Aussicht auf finanziellen Erfolg (beim Bruttosizialprodukt) die Verhandlungen um den Weiterbetrieb der AKWs. Atomenergie mag nur wenig CO2 Emissionen zur Folge haben, sie ist aber nicht umweltneutral und Probleme bereitet die Auswahl geeigneter Endlagerstätten. Selbst der Betrieb eines AKWs ist nicht ungefährlich. Mal platzt hier ein Kühlschlauch, mal läuft die ganze Atomsuppe durchs Grundwasser einer Endlagerstätte. Es ist deprimierend wie wenig man diese Stromquelle im Griff hat. Daher wundert die plötzliche allgemeine Begeisterung für das größte Angstgespenst der 80er Jahre. Sicher kennen Sie noch die nette strahlende Atomsonne mit den geschlossenen Augen und dem selbstzufriedenen Blick. Aber was ist aus dem kleinen “Atomkraft? Nein Danke”-Sonnenschein geworden?

Vieraugenfische demnächst überall?! Wenn dat liebe Sünnsche wieder scheint.

So wie strahlende Gewinner des Atomkompromisses könnte es die Atomsuppe überall schaffen aus den Tiefen der Ozeane oder den tiefen Kellern hinaus an das Licht der Oberfläche zu krabbeln. Vermutlich wären die Kosten ein weiteres Mal nach der Finanzkrise verheerend. Wenn man nun um die Nachteile der Atomkraft weiss, was spricht dafür: 1.) geringe CO2 Emissionen und 2.) Ein formidabler Preis. So könnten sich alle freuen nur – sind bereits von Stromherstellerseite erste Erhöhungen für die kommende Saison angekündigt.

Atomstrom – ökologischer Garant für ökonomisches Wachstum?

Schon schrumpft ein weiterer Vorteil davon. Was bleibt, ist die Einsicht, dass entfremdete Politiker am Willen der Bürger vorbeientscheiden, wir alle mehr Verantwortung tragen, sprich mehr zahlen dürfen, sich aber nichts zum Besseren durch den Weiterbetrieb entwickelt. So bleibt die Angst, dass irgendwann wieder ein Supergau die Geister beunruhigt. Wir dürfen auf eine Vielzahl neuer Mutationen gepannt sein. Z. B. Vieraugenfische.

Unbegrenzt gültiger Beschluss zur Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken? Eine Entscheidung mit weitreichenden ökonomischen Folgen

Viele Unternehmen, die in die Entwicklung erneuerbarer Energien investiert haben, werden sich zukünfig aus Angst vor Fehlinvestitionen in Ihrem Engagement zurückhalten. Sicherlich waren die Subventionen für die Sonnenenergiegewinnung zu hoch angesetzt. Aber es hat sich innerhalb kürzester Zeit ein aufstrebender innovativer Wirtschaftszweig entwickelt, der den Standort Deutschland wiederbelebt hat. Nahezu gleichsam stieg die Attraktivität auch weiterer nachhaltiger Energiegewinnung wie Offshore-Windanlagen und Wasserkraftwerke. Doch was macht die Regierung, statt diese Entwicklungen zu unterstützen, von denen auch die Energiekonzerne profitieren können, wurde ein Beschluss gefasst, der die Laufzeit der Atommeiler um mehr als 8-14 Jahre verlängert (je nachdem, wie lange sie halten). Die Kanzlerin hat in den Gesprächen eine solch harte Linie gefahren, dass die Topmanager ihr dann verbindlich zugesagt haben, zusätzlich zur neuen Atomsteuer zwischen 2011 und 2016 einen freiwilligen Beitrag in einen Öko-Fonds einzuzahlen. So tritt man auf keinen Hype um neue Energiequellen los, wenn die letzten Atom-Meiler im Jahr 2040 oder später abgeschaltet werden.
Die Kanzlerin bekräftigte, Kernkraft sei eine Brückentechnologie beim Ausbau von Öko-Strom. Doch wie lange ist das? Diese Frage konnte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle von der FDP auch nicht beantworten, er zeigte sich aber ebenfalls mit dem Kompromiss zufrieden: „Ich glaube, dass wir ein gutes Ergebnis erreicht haben.“ und selbst Norbert Röttgen konnte strahlen, auch er mit dem Ergebnis der Koalition einverstanden.
Beibt nur zu hoffen, dass bald wieder ein besinnlicherer Geist in den Kanzler-Bungalow einkehrt. Abwarten ist sicher auch in diesem Fall keine Lösung. Sekundäre Schmerzen dürfte sicherlich auch die Benachteiligung der heimischen Industrie durch zu hohe Energiepreise im globalen Marktwettbewerb verursachen. Da sollte man die Kopf-Schmerztabletten schon mal vorher einnehmen. Aber vielleicht findet sich ja noch eine neue Steuer, nämlich die zur Beseitigung der Schäden durch Atomverschmutzung. Gute Nacht.

Atomkraft? Sicher. Türlich! – Karikatur – Satire

Wir möchten dem neuen im Team – unserem neuen Zeichenpraktikanten – für dieses Remake des “Atomkraft? Nein Danke.”-Stickers danken. Titel des Remake “Atomkraft 2010 – Sicher, natürlich!”

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