Endet mit dem Euro auch der Kapitalismus?

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Griechenland und kein Ende der Misere in Sicht

In Griechenland geht die Auseinandersetzung hinsichtlich der drastischen Kürzungen in die nächste Runde. Welcher Wandel mit der Herabstufung durch die Ratingagenturen losgetreten wurde, war wohl selbst denen, die ihn lostraten, nicht klar. Nein, Griechenland wird sich nicht mehr von seinem enormen Staatsdefizit erholen und zwar deshalb nicht, weil die, die es zu verantworten haben, bereits all ihr Hab und Gut aus dem Land geschafft haben und die, die die Suppe auslöffeln sollen, nicht an einer Zwangsrettung des Euros zum eigenen Nachteil interessiert sind. Wer oder was also soll Griechenland retten? Die EU wird nicht alle Staaten mit Negativbilanz retten können, zumal aich dann igendwann fragt, wer noch zum retten übrigbleibt. Die einzige Rettung, die noch in Frage kommt, scheint der Ausstieg aus der europäischen Gemeinschaft und zwar durch die Griechen selbst. Nur wird auch das Europa kaum retten können. So groß auch das Interesse der EU an der Rettung sein muss, kann in Wirklichkeit nur noch ein Wirtschaftswunder helfen, nur scheint auch dieser Rettungsanker gerade nicht in Sicht.

Der Trost für die Europäer: Auch Amerika hängt am Tropf der Globalisierung

Kaum eine andere Macht der Welt ist so abhängig von der Globalisierung, wie die, die gerade herrscht. Dementsprechend wird auch die amerikanische Wirtschaft unter dem Zerfall des Euro leiden und der anfängliche Vorteil der Herabstufung durch die Ratingagenturen zum Nachteil gereichen. So werden letztlich die Akteure, die die Politik nie kontrollieren wollte, zum Absturz des Globalkapitalismus führen. Eine globalisierte Welt bietet scheinbar unendliches Kapital für Ausbeutung, tatsächlich aber wächst durch die Vernetzung der Finanzmärkte deren Anfälligkeit. Steigt durch die Vielfältikeit der Abhängigkeiten auch die Verwundbarkeit. Dementsprechend wird der Untergang des Euro weltwirtschaftlich nicht ohne Folgen bleiben.

Wachstum ohne Vernunft

Bisher kannte Wirtschaft nur eine Ausrichtung, nämlich die maximalen Wachstums. Doch das diese Richtung nicht in eine bessere Welt führt, zeigt sich immer stärker – Aufgezehrte Arbeitskräfte und aufgezehrte natürliche Ressourcen. Wachstum geht eben immer nur so weit, wie man verantwortlich mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umgeht. So gesellt sich zum Klimawandel noch der wirtschaftliche Wandel und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Völkerwanderungen ausgelöst durch Ressourcenverluste und wirtschaftliche Fehlverteilung einsetzen.

Die Misere hinter den Finanzjongleuren

Arbeit wird absehbar entbehrlich werden. Es fehlt die Notwendigkeit zur Arbeit in einer automatisierten Welt. Alle Menschen, die bis dahin ausgesorgt haben, werden versuchen Ihren Besitz in Sicherheit zu bringen, um vor einer Masse der Besitzlosen zu flüchten. Inwieweit dies möglich sein wird in einer aufgebrauchten Welt, wird sich zeigen. Bedauerlich an dieser Vielzahl durch Gier ausgelösten Fehlentwicklungen ist letztlich nur die Vorhersehbarkeit der Folgen. Und die werden alle zu tragen haben, nicht nur Griechen und nicht nur Amerikaner

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