Karl Theodor der Bruchpilot zu Guttenberg – die Zweite

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Zu „gutt“, um wahr zu sein

Was soll man zur aktuellen Guttenberg Affäre noch sagen? Hilft es noch, weitere Worte zu verlieren oder sollte sich das Kabinett lieber von einem Mitglied trennen, das zukünftig sehr wahrscheinlich noch mehr schlechte Presse magisch anziehen wird? (wir hatten bereits im Oktober darüber berichtet).

karikatur-theodor-zu-guttenberg

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Die Antwort kann eigentlich nur „Ja“ lauten, wenn man sich einmal die Mühe macht, kurz nachzudenken. Kann ein Politiker Verteidigungsminister sein, der im staatlichen Auftrag für die Doktorehre abschreiben lässt? Um Lob für eine Dissertation zu kassieren, die er, so oder so, nicht selbst geschrieben hat? Und warum bitte tritt jetzt kein selbsternannter Heilsbringer auf, der uns vor den Gefahren warnt, die ein Hinnehmen und Beschwichtigen eines solchen Betruges und Fehlverhaltens für unsere Kinder bedeutet. Stephanie zu Guttenberg wäre doch geradezu prädestiniert für diese relevante gesellschaftspolitische Aufgabe. Doch Sie hält sich im Hintergrund, warum nur?

Theo ein Schnösel vom Schloß mit 400 Millionen im Schloßkeller?

Warum soll man als aufgeklärter Bundesbürger einen „Schnösel vom Schloß“ (O-Ton Jutty von Dittfurth) ungeschoren weiter im Amt als Verteidigungsminister belassen, obwohl er versucht hat, sich seine Doktorehre zu erschleichen? Egal wo Theodor im Amte aufgetreten ist, hat er kein Meisterstück abgeliefert: Das „Nein“-Sagen zum Rettungsfallschirm für den Opel Mutterkonzern GM = nur vorgeschoben. Die Reform des Wehrdienstes = kompletter Unfug (wir alle werden für diesen Blödsinn doppelt zahlen, zum einen durch den Wegfall des Zivieldienstes mit explodierenden Kosten im Gesundheitswesen und einer Berufsarmee, die den kritisch distanzierten Blick von außen verliert. Und was bleibt dann noch übrig? Eine ungewöhnlich hohe Zahl an Affären und Zeuchs. Und dieser Mann soll gegen korrupte Drogenwarlords in Afghanistan bestehen – einer, der seine Doktorwürde in Freelancerhände gibt (oder womöglich gar Angestellte)? An dieser Stelle muss einem schwindelig werden, angesichts der berauschenden Bilder im Kopf.

Und liebe Pro-Guttenberg-Gemeinde, bei Eurem Treiben wirds mir nicht mehr schwindelig sondern schon gruselig unheimlich. Wie kann man altbewährte Regelungen der akademischen Ausbildung außer Acht lassen, wie auch den Betrug an sich? Wenn dem so ist und sein soll, bin ich dafür dass zukünftig jeder Meisterbriefe, Professor oder Dr. Titel oder sonstwie geartete Fähigkeitsbescheinigungen auf ebay ersteigern kann und zur Bezahlung auch illegale/illigitime Mittel heranziehen darf, um das Ganze dann noch zu bezahlen. Wenn das wahr werden soll: dass Betrugsdelikte deshalb gesellschaftlich akzeptiert werden, weil man ja genug Kohle im Keller hat (und im Zweifelsfall alles und fast jeden kaufen kann?)- geb ich meinen Wahlzettel auf Lebenszeit ab, werde Hartz-IV Empfänger und liege dem Staat solange auf der Tasche bis Theodor freiwillig den Schlüssel zum Schloßkeller mit den Geldreserven öffnet ;)

Das Presseüberflieger stürzt ab – kann bitte mal einer Öl ins Feuer gießen?

Immer noch wird Theodor zu Guttenberg hofiert, zumindest im politisch extrem wertkonservativen Hessen rund um den ehemaligen Landesvater Roland Koch. Hier unter Gleichgesinnten fühlt sich unser Theodor wohl, hier spricht er gerne frei aus, was ihm durch den Kopf geht. Mit treuem Dackelblick verkündet er, einen Fehler gemacht zu haben, weil es ja nur menschlich sei Fehler zu machen. Wie mag sich ein Herr Schneiderhahn bei dieser eilig bestellten Pressekonferenz gefühlt haben, einer dem der Baron kürzlich vor versammelter Mannschaft den Kopf fein säuberlich abgetrennt hatte. Theodor ist ein Phänomen: selbst über Leichen wandeln, aber ausgerechnet dann kalte Füße kriegen, wenn man selbst mal übers Feuer laufen muss. Der arme Kerl. Doch standesgemäß beansprucht er jetzt nach erster Verleugnung die Aberkennung seines Doktortitels. Wie ehrenvoll. Wie ehrenvoll? Erstens ist er dazu garnicht in der Lage und zudem wird ebendies sowieso passieren. Also was soll die schlechte Show dann? Warum erklärt Theo, jetzt wo er selbst die Arbeit NOCH EINMAL gelesen hat, erkennt er sein Unrecht. Da fragt man sich als ehrlicher Akademiker, hat der das während der Schulzeit wohl auch schon gemacht – also beauftragt Klassenarbeiten abschreiben lassen? Man weiss es nicht.

Lieber Theo in diesem Sinne möchten wir Dir recht herzlich für all die Nutzer danken, die Du uns geradewegs in die Arme getrieben hast. Ich persönlich freue mich daher schon auf Deine Zeit als nächster deutscher Kanzler (ich drück ganz ganz feste die Daumen). Die linke Presse wird Dich feiern, angesichts all der neuen ertragreichen Arbeit, die da noch vor ihr liegt. Ohne Theo gibts kein vergleichbar unterhaltsames Mediendrama – Ganz großes Kino. Theo, jetzt endlich weiss ich, dass Du tief in Deinem blaublütigen Herzen eine Hauptarterie für die Linke reserviert hast. Uff – Und ich hatte schon befürchtet, Du und der Koch aus Hessen seien tatsächlich Freunde.

A comic from a german gazette or from something elsewhere. Picked up by Dr. Pimp, with very popular german politicians, e.g. Baron Theodor zu Guttenberg, Guido Westerwelle and Wolfgang Ströble